Wo Aufhören von Sprache
Projektlinientanz Olga Sitner und Armin Burghagen
Rauminstallation: 3.5 Meter Retungsfolie, Tonpapier, Tusche, Acryl, Graphitstift, Kaffee, Ölkreiden auf den Atelierwenden.
Zu Beginn dieser Arbeit stand nur ein Satz, der uns nicht mehr losgelassen hat: „Immer wenn ich endlich etwas sagen darf, verstumme ich.” Daraus sind über Monate mehrere hundert Denkkarten entstanden — kurze Texte über das Ungesagte, das Zurückgehaltene, das Verschwiegene und über die Abgründe dessen, was Menschen erfinden, um Macht zu halten. Entstanden ist die Wand der inneren Wortnot: Der Dialog im Kopf ist laut — und doch kommt nichts über die Lippen. Dem gegenüber die Sehnsucht nach harmonischem Sein, gefasst und gefangen in goldenem Glanz. Doch das Schwarze breitet sich aus, bis die schwarze Wand alles zu schlucken droht. Dagegen das Aufbegehren weißer Spuren — innere Hoffnung. Überwinde ich den Zustand und fasse Mut, obwohl ich innerlich erstarre? Wir haben darauf keine Antwort. Wir reihen uns ein in ein langes, kollektives Schweigen, in dem Menschen Unvorstellbares erdulden und kein Wort laut geben.
Diese Arbeit ist unser Versuch, wenigstens das Verstummen selbst nicht zu verschweigen.
Foto: Schlüter



























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